Wer eine Photovoltaikanlage plant, steht früher oder später vor einer Entscheidung, die den Ertrag, die Kosten und den Wartungsaufwand der Anlage maßgeblich beeinflusst. String-Wechselrichter, Mikrowechselrichter und Leistungsoptimierer erfüllen alle dieselbe Grundaufgabe, tun das aber auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen Ergebnissen je nach Dachsituation. Bei der Planung einer Photovoltaikanlage in Leverkusen stellt sich diese Frage genauso wie bei Anlagen in anderen Regionen. Im Folgenden erklären wir, welche Technologie unter welchen Bedingungen die sinnvollste Wahl ist.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- String-Wechselrichter: Der Standard mit klaren Grenzen
- Mikrowechselrichter: Mehr Ertrag, mehr Aufwand, mehr Kosten
- Leistungsoptimierer: Der Mittelweg mit eigenen Tücken
- Direkter Vergleich: Welche Technologie lohnt sich wann?
- FAQ
- Fazit: So finden Sie die richtige Technologie für Ihre Anlage
Das Wichtigste in Kürze
- String-Wechselrichter sind die günstigste und bewährteste Lösung für unverschattete Dächer mit einheitlicher Ausrichtung.
- Mikrowechselrichter wandeln den Strom direkt am Modul um und erzielen bei Teilverschattung oder komplexer Dachgeometrie höhere Erträge.
- Leistungsoptimierer kombinieren die Vorteile beider Ansätze, arbeiten aber weiterhin mit einem zentralen String-Wechselrichter zusammen.
- Der Unterschied zwischen Wechselrichter und Mikrowechselrichter liegt vor allem im Installationsort und in der Abhängigkeit der Module voneinander.
- Die richtige Wahl hängt von Dachgeometrie, Verschattungssituation, Anlagengröße und Budget ab.
String-Wechselrichter: Der Standard mit klaren Grenzen
Was ist ein String?
Als String bezeichnet man eine Reihenschaltung mehrerer PV-Module, die zusammen Gleichstrom erzeugen. Das Problem dabei: Leistet ein Modul weniger, zum Beispiel aufgrund von Schatten, erzwingt es den Leistungsabfall aller anderen Module im selben String. Das Gesamtsystem wird durch das schwächste Glied limitiert.
Der String-Wechselrichter wandelt den von den in Reihe geschalteten Modulen erzeugten Gleichstrom zentral in Wechselstrom um. Diese Technologie ist ausgereift, verbreitet und deutlich günstiger als die Alternativen. Für Anlagen auf unverschatteten Süddächern mit einheitlicher Ausrichtung bleibt sie die wirtschaftlich sinnvollste Option.
Seine Grenzen zeigt der String-Wechselrichter dort, wo Dachabschnitte unterschiedliche Ausrichtungen haben, Schornsteine oder Gauben Schatten werfen oder Module in verschiedenen Neigungswinkeln verbaut werden. In solchen Situationen können Ertragsverluste entstehen, die andere Technologien vermeiden würden.
Mikrowechselrichter: Mehr Ertrag, mehr Aufwand, mehr Kosten
Ein Mikrowechselrichter sitzt direkt an jedem einzelnen Modul und wandelt den Strom bereits dort in Wechselstrom um. Damit arbeitet jedes Modul vollständig unabhängig vom Rest der Anlage. Schatten auf einem Modul beeinträchtigt alle anderen nicht mehr, was bei Teilverschattung oder komplexen Dachgeometrien zu spürbar höheren Erträgen führt. Auch für Ost-West-Dächer, bei denen Module in verschiedene Richtungen ausgerichtet sind, bietet diese Architektur klare Vorteile gegenüber dem String-Wechselrichter. Das ist der wesentliche Unterschied zwischen Wechselrichter und Mikrowechselrichter: die Dezentralisierung der Umwandlung.
Gegen einen Mikrowechselrichter sprechen folgende Punkte:
- höhere Anschaffungskosten, da für jedes Modul ein eigenes Gerät benötigt wird
- mehr potenzielle Wartungspunkte durch die größere Anzahl an Komponenten
- stärkere Wärmeentwicklung auf Modulebene durch die direkte Montage am Modul
Leistungsoptimierer: Der Mittelweg mit eigenen Tücken
Leistungsoptimierer werden direkt an jedem Modul montiert, arbeiten aber gemeinsam mit einem zentralen String-Wechselrichter zusammen. Sie optimieren den Gleichstrom auf Modulebene, bevor er zusammengeführt und zentral umgewandelt wird. Dadurch entkoppeln sie die Module voneinander ähnlich wie Mikrowechselrichter, behalten aber die bewährte zentrale Wechselrichtertechnik bei.
Typische Einsatzszenarien, in denen Leistungsoptimierer den Mehrpreis gegenüber einem reinen String-Wechselrichter rechtfertigen:
- Dächer mit mehreren Ausrichtungen, bei denen Module unterschiedlich viel Einstrahlung erhalten
- Anlagen mit punktueller, aber starker Teilverschattung durch Hindernisse wie Schornsteine oder Antennen
- Anlagenbetreiber, die ein modulbezogenes Monitoring zur Ertragsüberwachung benötigen
Fällt der zentrale String-Wechselrichter aus, steht die gesamte Anlage still, auch wenn alle Leistungsoptimierer funktionstüchtig sind.
Direkter Vergleich: Welche Technologie lohnt sich wann?
Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, für welche Situation jede der drei Technologien am besten geeignet ist.
| Technologie | Geeignet für | Nicht geeignet für | Kostenrahmen | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| String-Wechselrichter | Unverschattete Einheitsdächer, große Anlagen | Teilverschattung, mehrere Ausrichtungen | Niedrig | Zentrales Gerät, bewährt |
| Mikrowechselrichter | Komplexe Dächer, starke Teilverschattung | Kostensensible Projekte, große Freiflächenanlagen | Hoch | Modulweise Unabhängigkeit |
| Leistungsoptimierer | Mäßige Teilverschattung, Monitoring gewünscht | Wenn nur einfache Einheitsdächer vorliegen | Mittel | Weiterhin zentraler Wechselrichter nötig |
Bevor Sie eine der drei Technologien auswählen, sollten Sie folgende Entscheidungsfaktoren klären:
- Dachgeometrie und vorhandene oder zu erwartende Verschattungssituationen
- geplante Anlagengröße und Anzahl der Module
- Budget für Anschaffung und langfristige Wartung
- Anforderungen an das Monitoring der Einzelmodulleistung
FAQ
Kann ich Mikrowechselrichter bei einer bestehenden Anlage nachrüsten?
Mikrowechselrichter lassen sich grundsätzlich nachrüsten, allerdings ist dabei zu prüfen, ob die vorhandene Modulverkabelung kompatibel ist. Der Austausch eines zentralen String-Wechselrichters gegen Mikrowechselrichter erfordert in der Regel umfangreiche Umbauarbeiten und ist nur in bestimmten Konstellationen wirtschaftlich sinnvoll.
Sind Leistungsoptimierer und Mikrowechselrichter dasselbe?
Nein, beide Systeme unterscheiden sich grundlegend. Mikrowechselrichter wandeln den Strom direkt am Modul in Wechselstrom um. Leistungsoptimierer optimieren nur den Gleichstrom auf Modulebene und benötigen weiterhin einen zentralen Wechselrichter für die eigentliche Umwandlung.
Welche Technologie hat den geringsten Wartungsaufwand?
String-Wechselrichter punkten beim Wartungsaufwand, da die Anlage nur ein zentrales Gerät hat. Mikrowechselrichter und Leistungsoptimierer haben durch ihre Modulkomponenten mehr potenzielle Fehlerquellen, bieten dafür aber durch ihr Monitoring eine bessere Fehlerlokalisierung.
Lohnen sich Mikrowechselrichter auch bei einem unverschatteten Süddach?
Bei einem homogenen, unverschatteten Süddach ist der Mehrertrag gering. Die deutlich höheren Anschaffungskosten amortisieren sich in einem solchen Szenario in der Regel nicht, weshalb der String-Wechselrichter hier die wirtschaftlichere Wahl bleibt.
Wie viel mehr Ertrag bringen Mikrowechselrichter gegenüber String-Wechselrichtern bei Teilverschattung?
Der Mehrertrag hängt stark vom Ausmaß der Verschattung ab. Bei erheblicher Teilverschattung können Mikrowechselrichter den Ertrag im Vergleich zum String-Wechselrichter um bis zu 25 % steigern. Bei geringer Verschattung fällt der Unterschied deutlich kleiner aus.
Fazit: So finden Sie die richtige Technologie für Ihre Anlage
- Analysieren Sie Ihre Dachsituation hinsichtlich Ausrichtung, Neigungswinkel und möglicher Verschattung durch Hindernisse.
- Gleichen Sie Ihre Gegebenheiten mit der Entscheidungstabelle aus diesem Artikel ab.
- Klären Sie Ihre Monitoring-Anforderungen und Ihr verfügbares Budget, bevor Sie eine Technologie festlegen.
- Ziehen Sie einen Fachbetrieb hinzu, der Ihre individuelle Situation vor Ort bewertet und die Wirtschaftlichkeit aller drei Optionen durchrechnet.
Solaris PV begleitet Privathaushalte und Gewerbetreibende von der ersten Frage rund um Photovoltaik für Köln bis zur fertigen Anlage, ebenso wie bei Solar-Lösungen für Neuss. Wenn Sie Klarheit darüber brauchen, welche Wechselrichtertechnologie zu Ihrer Dachsituation passt, erhalten Sie bei uns eine individuelle Einschätzung.